Dezentrale Erzeugungsanlagen





Strom aus Erneuerbaren Energien

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird das Ziel verfolgt, im Interesse des Umwelt- und Klimaschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, fossile Energieressourcen zu schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu fördern.

Erneuerbare Energien im Sinne des EEG sind Wasserkraft, Windenergie, solare Strahlungsenergie, Geothermie, Energie aus Biomasse einschließlich Biogas, Deponiegas und Klärgas.




Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung

Nach dem Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz - KWKG) sollen dezentrale Erzeugungsanlagen im Interesse der Energieeinsparung und des Umweltschutzes einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung leisten. Darüber hinaus soll der Neu- und Ausbau von Wärmenetzen, in die Wärme aus KWK-Anlagen eingespeist wird, gefördert werden.

Kraft-Wärme-Kopplung im Sinne des Gesetzes ist die gleichzeitige Umwandlung von eingesetzter Energie in elektrische Energie und Nutzwärme in einer ortsfesten technischen Anlage.

Dezentrale Erzeugungsanlagen sind anmelde- und registrierungspflichtig!

Dezentrale Erzeugungsanlagen sind anmelde- und registrierungspflichtig!
Anlagen > 100 kW Einspeiseleistung unterliegen dem Redispatch 2.0.

➘ zu den Rechtsgrundlagen und Bedingungen
➘ zum Redispatch 2.0



In 4 Schritten zum Netzanschluss Ihrer Stromerzeugungsanlage

1. Planung

Selbstverbrauch oder Volleinspeisung?

Sie können entscheiden, ob der erzeugte Strom direkt in unser Verteilernetz eingespeist werden soll (Volleinspeisung) oder lediglich der Überschuss (Überschusseinspeisung), der in Ihrer Kundenanlage nicht verbraucht wird.

 

Verknüpfungspunktermittlung

Bei Stromerzeugungsanlagen, deren Leistung 30 kW übersteigt, ermitteln wir den technisch und wirtschaftlich günstigsten Verknüpfungspunkt, der für den Anschluss der Stromerzeugungsanlage geeignet ist. Die Berechnung erfolgt anschlussbezogen gemäß Ihrer Anmeldung und das Ergebnis ist tagesaktuell, sofern Sie uns nicht mit der Reservierung der Einspeiseleistung beauftragen.

Technische Mindestanforderungen und Einspeisemanagement

Für die Errichtung und den Betrieb von Stromerzeugungsanlagen gelten die allgemeinen Technischen Mindestanforderungen und zusätzlich die Technischen Mindestanforderungen der Meißener Stadtwerke GmbH.

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Service für Anlagenbetreiber

Wir sind gern für Sie da und beantworten Ihre Fragen und Hinweise. Dabei hilft es uns, wenn Sie Ihr Anliegen so konkret wie möglich formulieren. Vielen Dank!

Kundendaten
Ihre Mitteilung

Die Datenschutzbestimmungen finden Sie hier.

Die im Zusammenhang mit dem Vertragsverhältnis anfallenden personenbezogenen Daten werden nach den gesetzlichen Vorschriften (DSGVO) zweckbezogen verarbeitet und genutzt. Hinweis: Ihre Daten werden verschlüsselt im Internet übertragen.

Datenschutz*

Rechtsgrundlagen und Bedingungen

Rechtsgrundlagen für die Einspeisung und Vergütung von Strom aus Erneuerbaren Energien und aus Kraft-Wärme-Kopplung bilden das Erneuerbare-Energien-Gesetz bzw. das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz.

Betreiber von Stromerzeugungsanlagen, bspw. Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) oder Blockheizkraftwerken (BHKW´s) sind nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, die Stammdaten dieser Anlagen im Marktstammdatenregister einzutragen. Alle Anlagen müssen unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme registriert werden. 

Zusätzlich sind Stromerzeugungsanlagen beim Netzbetreiber anzumelden sowie ein Antrag auf Netzanschluss zu stellen.

Vergütung

Anhand der von Ihnen vorgelegten Unterlagen prüfen wir, ob ein gesetzlicher Vergütungsanspruch auf Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetz, Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz oder der Stromnetzentgeltverordnung besteht.

Stromerzeugungsanlagen sind durch den Anlagenbetreiber im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur anzumelden.

Sind alle Vergütungsvoraussetzungen erfüllt, erfolgt die Auszahlung abhängig von der Art der Einspeisemessung monatlich bzw. kalenderjährlich mit Abschlagszahlungen.

➥ www.marktstammdatenregister.de

Redispatch 2.0

 

Überblick

Mit Wirkung zum 01.10.2021 wird von der Bundesnetzagentur (BNetzA) ein einheitliches Redispatch-Regime eingeführt, das sog. Redispatch 2.0. Es dient der Verbesserung der Netz- und Systemstabilität in den Verteilernetzen. Von der Neuregelung sind alle Stromerzeugungs- und Stromspeicheranlagen ab einer Leistung von 100 kW betroffen.

Bisher wurden die Grundsätze zum Einspeisemanagement (EISMAN) für Erneuerbare-Energien-(EE) und Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlagen in dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz und im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz beschrieben. Diese werden mit dem Inkrafttreten von Redispatch 2.0 in das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) integriert.

Mit Redispatch 2.0 sollen die Gesamtkosten aus dem konventionellen Redispatch und dem Einspeisemanagement optimiert und damit die Netzentgelte gesenkt werden.

 

Hintergrund

Der Anteil von EE- und KWK-Anlagen an der Stromproduktion steigt kontinuierlich. Aufgrund witterungsbedingter Schwankungen erzeugen EE-Anlagen nicht gleichmäßig Energie. Hinzu kommt, dass die Übertragungskapazität des Stromnetzes teilweise begrenzt ist. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit von temporären Netzengpässen.

Diesen Engpässen wurde bisher u. a. durch Einspeisemanagement begegnet, das heißt, die Einspeiseleistung von Erzeugungsanlagen wurde nach §13 Abs. 2 EnWG unmittelbar reduziert. Zukünftig wird auf Basis eines erweiterten Informationsaustausches zwischen Anlagen- und Netzbetreibern ein vorausschauendes, kostenoptimiertes Engpassmanagement (Redispatch 2.0) umgesetzt.

Die für Redispatch 2.0 notwendigen Regelungen wurden im Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG 2.0) beschlossen, das am 17. Mai 2019 in Kraft getretenen ist. Betroffen sind Prozesse zur Datenbereitstellung, zum Datenaustausch und zur Ermittlung sowie Umsetzung von Redispatch-Maßnahmen sowie deren Bilanzierung. Die Prozesse sind ab dem 01.10.2021 umzusetzen - sowohl durch die Netzbetreiber als auch durch die Anlagenbetreiber von Stromerzeugungs- und Stromspeicheranlagen mit einer Leistung ab 100 kW.

Der Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft e. v. (BDEW) hat Anwendungshilfen zu den Themen Datenaustausch, Abrechnung und Bilanzierung sowie die Branchenlösung Redispatch 2.0 vorbereitet und veröffentlicht. Die Branchenlösung dient als Grundlage für Festlegungen der Bundesnetzagentur (BNetzA) zum bilanziellen Ausgleich und zum erforderlichen Informationsaustausch.

 

Änderungen für Anlagenbetreiber

Anlagenbetreiber erhalten im Kontext Redispatch 2.0 zwei neue Rollen:

  • Betreiber einer Technischen Ressource (BTR)
  • Einsatzverantwortlicher (EIV).

Der Betreiber einer Technischen Ressource (BTR) ist für den Betrieb der Erzeugungsanlage oder des Speichers verantwortlich. Der Einsatzverantwortliche (EIV) übernimmt die Planung und Einsatzführung einer Technischen Ressource und übermittelt die Fahrpläne an den Netzbetreiber. Beide Rollen können einem oder unterschiedlichen Dienstleistern übertragen werden, beispielsweise die Rolle des EIV einem Direktvermarktungsunternehmen. Dieses übernimmt dann die vom Anlagenbetreiber umzusetzenden Datenaustauschprozesse.

Damit die sichere und eindeutige Marktkommunikation im Redispatch 2.0 für alle Marktpartner gewährleistet werden kann, wurden neue Begriffe und BDEW-Codes eingeführt (Technische Ressource – TR / Steuerbare Ressource – SR). Die TR bezieht sich ­auf die Erzeugungseinheit. Die gemeinsam über eine technische Einrichtung steuerbaren TRs werden als SR zusammengefasst. Für jede TR sowie für jede SR wird eine neue Redispatch-ID genutzt. Der Anschlussnetzbetreiber, also wir als Meißener Stadtwerke GmbH, ordnen den jeweiligen Einheiten (TR / SR) die IDs zu und teilen diese dem Anlagenbetreiber mit.

Gemäß Festlegung der BNetzA kommen zwei Bilanzierungsmodelle für den Redispatch 2.0 von Stromerzeugungs- und Stromspeicheranlagen zur Anwendung: Das Planwertmodell und das Prognosemodell. Jede Anlage ist einem der beiden Modelle zuzuordnen. Beide Modelle unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich der Erstellung der auf eine TR bzw. SR bezogenen Erzeugungsprognose.

Anpassung durch BDEW (August 2021):

Der für die Bilanzierung notwendige Informationsaustausch für Anlagen im Planwertmodell ist noch nicht im erforderlichen Umfang definiert bzw. in die Prozesse eingearbeitet. Aus diesem Grund wurde für Anlagen im Planwertmodell ein Übergangsmodell (gültig voraussichtlich bis 01.10.2022) definiert - Prognosemodell mit Planungsdatenlieferung.

Anlagenbetreiber bzw. deren Einsatzverantwortliche werden aktiv in den Redispatch-2.0-Prozess involviert. Denn sie sind gesetzlich verpflichtet, die Teilprozesse „Bereitstellen von Stammdaten“, „Bereitstellen von Planungsdaten“ und „Steuern der Anlagen“ umzusetzen.